[Gildengeschichte]Die Legende der Anorandir

Setzt euch an unseren Stammtisch und berichtet über eure Heldentaten und Abenteuer.
Antworten
Benutzeravatar
Arandil
Spinnensammler
Beiträge: 2
Registriert: 10.01.2005, 01:51

[Gildengeschichte]Die Legende der Anorandir

Beitrag von Arandil » 14.01.2005, 00:33

Die Legende der Anorandir

Die Plage

Vor über achthundert Jahren lag eine trügerische Ruhe über Azeroth. Auf dem Kontinent Lordaeron lebten die Menschen, Zwerge und Hochelfen in relativem Frieden zusammen. Die Nachtelfen aber bewohnten die Wälder des Kontinents Kalimdor, nichts wissend von der Existenz der drei anderen Völker.
Aegwynn, die legendäre menschliche Wächterin eilte in den hohen Norden, um mächtige Dämonen zu bekämpfen und liess den Rest von Lordaeron schutzlos zurück.
In dieser Zeit wurden einige Küstendörfer der Menschen von heimtückischen Dämonen heimgesucht, weitab von den grossen Städten. Zur gleichen Zeit griffen sie auch die abgelegensten Siedlungen der Nachtelfen an.
Diese Wesen des Bösen erschienen in der Gestalt von kleinen schwarzen Katzen mit funkelnden roten Augen. Nur immer in der Nacht wurden die arglosen Menschen und Nachtelfen von den kleinen Biestern überfallen und immer töteten sie nur einmal und verschwanden dann schnell wieder. Menschen und Nachtelfen, durch die Weiten des Meeres voneinander getrennt, kämpften gegen die gleiche Plage. Wachen wurden organisiert, um die Dörfer zu schützen. Aber bald wurde Schreckliches klar: Diese dämonischen Katzenwesen waren weder durch Waffen, noch durch Magie verwundbar. Und so wurden ganze Dörfer langsam ausgerottet, jede Nacht nahmen sich die Dämonen eine Seele.
Die Menschen sandten verzweifelt Boten zu den Magiern von Dalaran, diese sandten Gelehrte in die Küstendörfer, um die Katzenwesen zu studieren. Und die Nachtelfen fragten ihre Priester um Rat. Die Gelehrten der Menschen und die Nachtelfenpriester kamen zum gleichen Schluss: Einer der seelenraubenden Dämonen musste gefangen werden, um ihn auf Schwächen zu untersuchen.
Und so versuchten tapfere Helden jede Nacht eines der tödlichen flinken Biester zu erhaschen. Ein sehr schwieriges Unterfangen.
Die geschickteren Nachtelfen hatten schliesslich schneller Erfolg, ein Dämon konnte gefangen genommen werden. Ihre Priester staunten, als das Katzenwesen in seinem Käfig verbrannte, als die ersten Sonnenstrahlen es berührten.
Einige Tage später hatten auch die Menschen Erfolg bei der Jagd und kamen zum gleichen erstaunlichen Ergebnis.

Das Ritual

Die Zahl der Opfer stieg jede Nacht. Die Magier von Dalaran und die Priester der Nachtelfen forschten rastlos nach einer Lösung. Unabhängig voneinander stiessen beide auf ein uraltes Ritual: Mittels mächtiger Magie und starken Schutzzaubern sei es möglich, die Sonne selbst zu erreichen. Ein Held sollte zur Sonne geschickt werden, um dort Sonnengestein abzubauen. Dieses Ritual konnte, wenn überhaupt, nur bei Sonnenfinsternis gelingen. Und die Götter des Glücks waren den Menschen und den Nachtelfen sehr wohlgesinnt: Die Sonnenfinsternis, ein sehr seltenes Ereignis, wurde schon für drei Wochen später erwartet. Und so wurde sowohl bei den Menschen, als auch bei den Nachtelfen fieberhaft nach einem Helden gesucht, der diese verwegene Aufgabe annehmen würde.
Bei den Menschen stellte sich Delia, ein stolze junge Kriegerin, ohne Zögern dieser harten Prüfung. Sie hatte ihren jüngeren Bruder an die Dämonen verloren. Der Gedanke an Rache nahm ihr jegliche Angst.
Die Nachtelfen, welche die Mondgöttin Elune anbeten und die Schatten ihrer Wälder lieben, taten sich ungemein schwerer mit der Suche nach einem Freiwilligen. Die Sonne war ihnen fremd, nie hatten sie sich mit ihr befasst. Und so meldete sich erst am letzten Tag vor der Sonnenfinsternis ein Jäger namens Erion bei den Priestern. Er war bereit, die vertraute Dunkelheit zu verlassen und zum Ursprung des Lichts zu reisen.
Schliesslich war der Tag der Sonnenfinsternis gekommen. Zur Mittagstunde würde der Mond die Sonne in einem epischen Kampf besiegen und Azeroth in Dunkelheit hüllen. Die Magier von Dalaran wie auch die Nachtelfenpriester arbeiteten eifrig an den Vorbereitungen für das komplizierte Ritual und den dazu gehörigen Schutzzaubern.

Die Magier und die Kriegerin Delia hatten sich auf dem höchsten Turm von Dalaran versammelt und warteten gespannt auf die Niederlage der Sonne. Delia betrat ohne Zögern die Mitte des magischen Kreises und schaute die wie in Trance summenden Magier trotzig an. Immer wieder blickten alle gebannt gegen den Himmel. Endlich begann sich der Mond langsam vor die Sonne zu schieben und ein riesiger Schatten kroch langsam auf Dalaran zu. Sie begannen nun immer lauter den Zauberspruch zu intonieren. Delia fühlte, wie die magischen Energien um sie herum unendlich stark wurden. Sie wurde hoch in die Luft gehoben und in pures Licht eingehüllt. Dunkelheit lag nun über ganz Dalaran und die Zauberer begannen, mit aller Kraft zu schreien. Delia wurde von der rohen Kraft der Magie fast zerrissen, sie verlor das Bewusstsein.

Tausende Meilen entfernt hatten sich die Nachtelfenpriester und Erion der Jäger auf dem heiligen Berg Hyjal versammelt, um das Ritual zu wirken. Blicke voller Mitleid und Trauer trafen den weisen Jäger, fast keiner der Elfen glaubte an den Erfolg des alten Rituals. Erion kämpfte mit seiner Angst. Bald hatte der Schatten den Berggipfel erreicht. Erion schloss die Augen. Er dankte den Göttern für sein langes Leben.
Die Priester sangen wie aus einer Kehle und ihr elfisches Zauberlied erfüllte die traurige Stille. Durch ihren mächtigen Gesang woben sie ein Netz aus Energie. Magisches Licht umhüllte Erion und erhellte sein Herz. Endlich furchtlos schwand sein Bewusstsein.

Fast in ganz Azeroth waren die zwei Feuerkugeln am verdunkelten Himmel zu sehen, die langsam in Richtung Sonne aufstiegen.

Die Sonnenwanderung

Als Delia aufwachte, wurde sie von der unfassbaren Hitze fast überwältigt, obwohl sie eine mächtige magische Robe aus purem Eis trug. Sie öffnete langsam ihre Augen und zuckte zusammen. Vor ihr stand eine elfenähnliche Gestalt, nur war seine Haut dunkel und seine Augen strahlten fast so hell wie die Sonne selbst. Es war Erion. Er trug nur einen Lendenschurz, seine Haut aber war mit pulsierenden Runen überzogen, die ihn vor der Hitze schützen sollten. Doch auch er litt unter den Flammen der Sonne. Er redete zu ihr in einer Sprache, die dem Hochelfischen von Quel'Thalas glich. Trotzdem verstand Delia nichts, sie lächelte aber leicht und verbeugte sich. Irgendwie spürte sie, dass der Nachtelf keine Gefahr für sie war. Sie bemerkte, dass auch er eine Spitzhacke dabei hatte. Erion, gezeichnet von der unglaublichen Hitze, zeigte auf einen naheliegenden Brocken aus glühendem Sonnengestein. Delia nickte. Mit vereinten Kräften begannen sie, das wertvolle Sonnenerz abzubauen. Doch die Zeit wurde knapp. Delia's Robe begann zu schmelzen und die Runen auf Erion's Körper verblassten. Die beiden Helden kämpften Seite an Seite gegen die elementaren Mächte des Feuers. Sie waren schweissgebadet und atmeten schwer. Ihre Kräfte schwanden, ihre Körper waren mit zahlreichen Brandwunden übersät. Dann endlich löste sich ein Stück Sonnenerz. Delia's Blick verschleierte sich, sie kämpfte vergeblich gegen die Ohnmacht. Mit all ihrem Willen stotterte sie den Zauberspruch, der sie nach Dalaran zurückholen sollte.
Erion spürte die Flammen nicht mehr. Das Licht der Sonne hatte sein Herz erhellt. Er schien in Trance, spielend leicht zerschlug er das Sonnenerz in zwei Teile und legte eines davon in die Hände der am Boden liegenden Menschin. Sekunden später löste Delia sich in Luft auf. Erion lächelte. Er genoss die Wärme, die ihn umhüllte. Dann endlich erinnerte er sich wieder an seine Aufgabe, die er für sein Volk erfüllen sollte. Ruhig begann er, das Zauberlied zu singen, um auf den Berg Hyjal zurückzukehren.

Die Sonnenritterin

Delia öffnete die Augen und erschrak, als sie das Sonnenerz nicht in ihren Händen spürte. Hatte sie es etwa bloss geträumt, dass der seltsame Elf ihr das Sonnenerz gegeben hatte, kurz bevor sie ohnmächtig wurde? Ihr Körper schien zu brennen, immer noch spürte sie das Feuer der Sonne in ihr. Trotz fast unerträglicher Schmerzen schaute sie um sich. Sie war im Tempel von Dalaran. Um sie herum standen die mächtigsten Heiler und versorgten ihre unzähligen Brandwunden. Einer der Magier von Dalaran stand am Kopf des Bettes und lächelte sie milde an. Noch bevor sie die Frage aussprechen konnte, kramte er unter seiner Robe den mittlerweile harten Klumpen Sonnenerz hervor. Nun lächelte auch Delia und liess sich erschöpft von den Heilern umsorgen.
Noch waren die heimtückischen Dämonen nicht besiegt, noch immer raubten sie jede Nacht einem unschuldigen Menschen die Seele. Grösste Eile war geboten. Die besten Schmiede von Dalaran untersuchten rund um die Uhr das Sonnenerz. Sie berieten darüber was man aus dem Sonnenerz schmieden könnte. Schliesslich sandten sie einen Booten zum Ruhebett von Delia. Die Kriegerin wurde gefragt, welchen Gegenstand sie geschmiedet haben wollte. Ohne Zögern entschied Delia sich für das Schild. So machten sich die Schmiede an die Arbeit. Und bald schon war ein Schild aus dem Erz der Sonne geschmiedet.
Mit diesem Artefakt des Lichts bewaffnet suchte die wieder genesene Delia die Dämonen auf. Und es kam so, wie es die Gelehrten von Dalaran vorausgesagt hatten: Die seelenraubenden Katzenwesen brannten lichterloh, als sie von der Macht des Schildes erfasst wurden. So war es für Delia ein Leichtes, die Dämonenplage zu beenden.

Delia wurde in Dalaran als grosse Heldin gefeiert. Die Magier schlugen sie zur Sonnenritterin. Delia wählte ein schwarzes Wappen mit einem goldenen Schild darauf, um den Sieg des Lichts über die Schatten der Dämonen zu symbolisieren.
In ihren Träumen erschien ihr oft der mächtige Nachtelf, der ihr bei ihrer Aufgabe geholfen hatte. Sie beschloss, einen der weisen Hochelfen zu befragen, die manchmal aus Quel'Thalas nach Dalaran kamen. Der Hochelf hörte aufmerksam zu, als Delia ihre Geschichte erzählte. Dann erzählte er ihr vom Kontinent Kalimdor, von der Abspaltung der Hochelfen von den Nachtelfen. Delia wollte alles über das Volk der Nachtelfen erfahren. Leider galt es zu ihrer Zeit als unmöglich, nach Kalimdor zu reisen. Delia schrieb ihre Geschichte in das Buch, das später als "Buch der Sonnenritter" bekannt sein sollte. Ihr letzter Wille war, dass eines Tages einer ihrer Nachfahren sich bei den Erben des Nachtelfen für seine Hilfe bedanken sollte.

Delia war die erste Sonnenritterin. Die Söhne und Töchter von Delia nahmen ihr Erbe mit Stolz an und führten die grossen Taten ihrer mächtigen Mutter weiter. Delia erhielt den Titel "Sonnenfürstin". Die Familie der Sonnenritter war gegründet. Über die Jahrzehnte wuchs sie und gewann an Einfluss in Dalaran. Alle Sonnenritter hatten etwas von Delia geerbt: Eine starke Bindung zur Sonne und eine Abneigung gegenüber allem Dämonischen.

Der Romendil

Die Nachtelfenpriester erschraken als Erion auf dem Berg Hyjal zurückkehrte. Seine Hände und seine Haare waren in Flammen und trotzdem umspielte ein Lächeln sein Gesicht. Schnell wurde das Sonnenerz aus seinen Händen genommen und Erion wurde von den Nachtelfenpriestern mit mächtigen Heilzaubern belegt. Sie kämpften um sein Leben.
Und auch hier, in den Wäldern von Kalimdor, kamen die besten Schmiede zusammen. Erion, erstaunlich schnell wieder bei Kräften, entschied sich, ein einhändiges Schwert aus dem Sonnenerz herstellen zu lassen. Stolz überwachte er selber die Herstellung seiner Waffe und drang die Schmiede zu Eile. Er wusste, dass jede Nacht ein weiterer Nachtelf seine Seele lassen musste. Als das Schwert fertig war, leuchtete es wie tausend Feuer und Erion's Herz lachte. Er taufte sein Schwert Aurelagil – Sonnenlichtklinge.
Erion kannte keine Gnade für die Dämonen. Nacht für Nacht jagte er sie und zerstörte sie mit Aurelagil.

Grosse Ehre und Dankbarkeit wurde Erion zuteil, die Nachtelfen verehrten ihn als Helden. Doch die Reise zur Sonne hatte das Herz und die Seele des stolzen Jägers verändert. Eine tiefe, befremdende Liebe zur Sonne erfüllte ihn, der ein Geschöpf der Nacht war. Und obwohl er von den anderen Nachtelfen geachtet wurde, verschwand er bald aus den Dörfern und begab sich alleine in die Berge. Dort beobachtete er jeden Tag den Lauf der Sonne und erfreute sich an ihrem Licht und an ihrer Wärme. Manchmal ertappte er sich gar dabei, wie er die Sonne anbetete.

Jahrelang lebte er so, alleine in der Wildnis von Kalimdor. Er mied in dieser Zeit den Kontakt zu den anderen Nachtelfen, weil er fürchtete, dass sie seine Nähe zur Sonne nicht verstehen würden.
Schliesslich trieb ihn die Treue zu seinem Volk zurück in die Wälder. Die meisten anderen Nachtelfen zeigten zu seinem Erstaunen grosses Verständnis für seinen Seelenwandel, wohlwissend, was Erion für sie getan hatte.
Erion wurde fortan von den Nachtelfen nur noch "Romendil" genannt, was in der Sprache der Menschen "Liebhaber des Sonnenaufgangs" bedeutet.

Erion war der erste Romendil. Alle seine Nachkommen spürten die Verbundenheit zur Sonne in sich. Sie beteten auch weiterhin zu Elune, aber ein Teil ihres Herzens war immer dem Gestirn des Lichts zugewandt. Erion hatte ihnen auch seinen Hass auf Dämonen vererbt und so wurden viele Romendil zu Dämonenjägern und durchforschten die Wälder rastlos auf der Suche nach ihren Erzfeinden.
Der Familienclan der Romendil wuchs über die Jahrhunderte nur langsam, aber sie waren in vielen Dörfern immer gern gesehen.
Erion führte den Clan über die Jahrhunderte hinweg mit Weisheit. Die Romendil gaben ihm den Titel "Sonnenkind". Stets wappnete er sich für einen neuen Angriff der Dämonen. Er wartete geduldig. Tief in sich wusste er, dass er eines Tages Aurelagil wieder ziehen würde und seine Romendil in die Schlacht gegen das Böse führen würde.

Die Zusammenkunft

Vor fünf Jahren bedrohte die Untotenplage unter der Führung der brennenden Legion den Kontinent Lordaeron und dessen Rassen, die Menschen, die Zwerge und die Hochelfen.
Die Sonnenritter waren über die Jahrhunderte zu einer mächtigen Familie gewachsen. Galroth der Paladin leitete die Sonnenritter seit nunmehr zwanzig Jahren. Er war der Sonnenfürst, der Erbe von Delia.

Als Jaina Proudmoore die Menschen um sich sammelte, um den Ruf des Propheten nach Kalimdor zu folgen, zögerte Galroth keine Sekunde und schloss sich ihr mit den Sonnenrittern an. War der Tag endlich gekommen, dass Sonnenschild wieder zu tragen? War es endlich soweit, dass er den letzten Willen Delia's erfüllen konnte und sich bei den Nachtelfen bedanken konnte?

Immer noch war Erion das Sonnenkind des Romendil-Clan's. Er war einer der Ersten der von der Ankunft der Menschen und der Bedrohung der brennenden Legion erfuhr. Eilig sammelte er seine Romendil und ritt schnell zur Küste, wo die Menschen gelandet waren.

Galroth spürte sofort eine merkwürdige innere Verbundenheit als er dem Sonnenkind Erion das erste Mal gegenüber stand. Irgendwie wusste er, dass der uralte Nachtelf derjenige war, der Delia das Sonnenerz geschenkt hatte. Er verbeugte sich tief vor Erion und löste somit den letzten Wunsch seiner mächtigen Ahnin Delia ein.
Leider blieb keine Zeit, Feste zu feiern und Legenden auszutauschen. Die Bedrohung durch die brennende Legion war allgegenwärtig. Innerhalb weniger Tage einigten sich Erion und Galroth darauf, die Sonnenritter und die Romendil unter einen Banner zu vereinigen. Ein Orden sollte die beiden ungleichen Familien vereinen.

Am nächsten Tag versammelten sich die Sonnenritter und die Romendil unter der prallen Mittagssonne auf dem Gipfel eines naheliegenden Berges. Der Sonnenfürst und das Sonnenkind beschlossen, dem Orden den nachtelfischen Namen "Anorandir" zu geben, "Sonnenwanderer" in der Sprache der Menschen. Im Gegenzug wurde das einst von Delia entworfene Wappen übernommen, nur wurde nun auch ein goldenes Schwert in das Schild eingefügt.
In einer feierlichen Zeremonie wurde der Orden der Anorandir gegründet. Einer nach dem anderen sprachen die Menschen und Nachtelfen den Schwur.

Menschen und Nachtelfen bildeten eine Einheit, verbunden durch ihre Liebe zur Sonne und durch die Legende der Sonnenwanderung. Die Anorandir waren massgeblich am Sieg der unheiligen Allianz über die brennende Legion beteiligt.
Aurelagil in den Händen des Sonnekindes und das Sonnenschild von Galroth richteten Angst und Schrecken unter dem Heer der Dämonen an. Viel Ruhm und Ehre wurde den Anorandir in diesen kriegerischen Monaten zuteil.

Die Romendil und auch alle anderen Nachtelfen aber verloren in dieser Zeit, als Azeroth brannte, ihre Unsterblichkeit.

Die Falle

Drei Jahre später, zwei Jahre vor der heutigen Zeit, gab es nur noch einen brüchigen Frieden zwischen den Rassen der Allianz und den Rassen der Horde. Die Anorandir, gestärkt und selbstbewusst durch unzählige Siege gegen die dämonischen Heerscharen, durchstreiften die Weiten von Kalimdor auf der Suche nach überlebenden Dämonen.

Ich war dabei, als wir arglos in das Tal hineinritten. Erion, sterblich nun und sehr alt, und Galroth führten uns voller Stolz. Plötzlich durchbrach das erste Schallen eines orkischen Kriegshornes die Stille. Aus dem Nichts prasselte ein Pfeilregen auf uns hernieder. Wir nahmen sofort den Kampf auf, aber die Falle der Orks war bereits zugeschnappt. Es gab kaum ein Entrinnen.
An diesem grausamen Tag liess das Sonnenkind Erion, mein Vater, sein Leben. Jahrhunderte lang hatte er seine Erzfeinde, die Dämonen, gejagt. Gegen die Pfeile seiner ehemaligen Verbündeten aber war er machtlos. An seiner Seite starben viele Romendil.
Die Sonnenritter traf es ebenso hart. Galroth schützte Erion mit seinem leuchtenden Sonnenschild und seinen Schutzzaubern. Aber schliesslich fiel auch der Sonnenfürst der Hinterlist der Orks zum Opfer. Zu allem Übel gelang es den Orks auch noch Galroth's ältesten Sohn Guervan gefangen zu nehmen.
Die meisten Anorandir verloren an diesem Tag ihr Leben oder wurden von den Orks versklavt. Ausserdem erbeuteten die Orks die legendären Artefakte der Anorandir, das Sonnenschild und Aurelagil.

Nur wenige Anorandir überlebten, unter den Glücklichen waren Levan, der Bruder von Guervan, meine Schwester Gilwen und mein Bruder Gildor. Die letzten beiden Jahre haben wir versucht, diesen schwarzen Tag zu vergessen. Vielleicht hat uns dieses Massaker noch näher zusammengeschweisst. Wir Romendil leben seitdem mit den Sonnenrittern zusammen wie Brüder und Schwestern. Nein, wir haben noch nicht aufgehört zu trauern. Aber der Hass auf die Horde hat uns stärker gemacht. Bald werden wir bereit sein, die gestohlenen Artefakte zu suchen. Bald werden wir bereit sein, den Sonnenfürst Guervan und die anderen versklavten Anorandir zu befreien.

Die Sonne wird uns leiten.

Arandil, Sonnenkind, Sohn von Erion, rechtmässiger Erbe von Aurelagil.

zusrum
RP Moderator
RP Moderator
Beiträge: 458
Registriert: 19.08.2004, 20:33
Kontaktdaten:

Beitrag von zusrum » 14.01.2005, 08:15

hab den thread mal hier her verschoben, da die geschichten in diesem forum gesammelt werden.

Antworten